Informationen zum Schutz der Öffentlichkeit nach § 11 der Störfallverordnung Dynamit Nobel GmbH Explosivstoff- und Systemtechnik und ihr Umfeld

Dynamit Nobel GmbH Explosivstoff-und Systemtechnik
Leverkusen, Stand 2015

Sehr geehrte Nachbarn, Besucher und Mitarbeiter der Dynamit Nobel GmbH ES in Leverkusen,

Ihre Sicherheit hat für uns als traditionsreiches Unternehmen einen sehr hohen Stellenwert. Im Folgenden beschreiben wir Ihnen, was wir unternehmen, um Störfälle zu vermeiden. Sie erfahren auch, was Sie zu Ihrem Schutz tun müssen, falls trotz aller Vorsorge dennoch ein Störfall eintritt.

Sicherheit in der Produktion hat bei Dynamit Nobel Tradition – das ist für uns oberstes Gebot. Sie schulden wir nicht nur Ihnen, sondern auch unseren Mitarbeitern. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden bemühen wir uns, Gefahren für unsere Mitarbeiter und für die Nachbarschaft unseres Standortes auszuschließen. Aufgrund der umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass die Nachbarschaft unseres Standortes jemals von den Auswirkungen eines Chemieunfalls betroffen sein wird.

Mit der Störfallverordnung hat der Gesetzgeber die Betreiber der darunter fallenden Anlagen zu besonderer Sorgfalt und zu Vorsorgemaßnahmen verpflichtet. Dazu gehört auch die Information der Nachbarschaft über die zu treffenden Sicherheitsmaßnahmen sowie das richtige Verhalten bei Störfällen. Als Störfall bezeichnet der Gesetzgeber ein Ereignis, wie z. B. eine Emission, ein Brand oder eine Explosion, das zu einer Gefahr für den Menschen oder die Umwelt führen kann.

Dynamit Nobel betreibt Anlagen, die der Störfallverordnung unterliegen. Im Folgenden informieren wir Sie über die bei uns getroffenen technischen und organisatorischen Maßnahmen, mit denen wir Störfällen vorbeugen beziehungsweise deren Auswirkungen begrenzen. Sie können hier nachlesen, was im Falle eines Störfalles zu tun ist, um sich selbst zu schützen.

Falls Sie noch weitergehende Fragen haben, schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an.

Ihre Dynamit Nobel GmbH Explosivstoff- und Systemtechnik
Standort Leverkusen

Dr. Albrecht Schwerin                       Thomas Pahde
Geschäftsführer                                 Geschäftsführer

Was regelt die Störfallverordnung?

Die Störfallverordnung ist die Zwölfte Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz. Ziel ist es, den Schutz von Mensch und Umwelt vor den Folgen von Störfällen bei überwiegend industriellen Tätigkeiten zu gewährleisten. Betreiber von Betriebsbereichen, die unter die Störfallverordnung fallen, sind verpflichtet, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.

Ein Störfall ist ein Ereignis, wie z. B. eine Emission, ein Brand oder eine Explosion, größeren Ausmaßes. Außerdem ist zu erwarten, dass unmittelbar oder später innerhalb oder außerhalb des Betriebsbereichs oder der Anlage der Störfall zu einer ernsten Gefahr wird oder zu Sachschaden führt. Einer oder mehrere gefährliche Stoffe müssen auch beteiligt sein.

Die Störfallverordnung nennt dazu 39 Stoffe und Stoffkategorien und definiert die Anlagen, die besonderen Sicherheitsbestimmungen unterworfen sind.
Nach der Störfallverordnung hat der Betreiber die Personen, die von einem Störfall betroffen werden könnten, sowie die Öffentlichkeit in geeigneter Weise und unaufgefordert über die Sicherheitsmaßnahmen und das richtige Verhalten im Falle eines Störfalls zu informieren.

Auszug aus der Verordnung – § 11 (1): „(1) Der Betreiber eines Betriebsbereichs nach § 1 Abs. 1 Satz 2 hat alle Personen und alle Einrichtungen mit Publikumsverkehr, wie etwa Schulen und Krankenhäuser, die von einem Störfall in diesem Betriebsbereich betroffen werden könnten, gemäß Satz 2 vor Inbetriebnahme über die Sicherheitsmaßnahmen und das richtige Verhalten im Fall eines Störfalls in einer auf die speziellen Bedürfnisse der jeweiligen Adressatengruppe abgestimmten Weise zu informieren. Die Informationen enthalten zumindest die in Anhang V aufgeführten Angaben. Sie sind der Öffentlichkeit ständig zugänglich zu machen. Soweit die Informationen zum Schutze der Öffentlichkeit bestimmt sind, sind sie mit den für den Katastrophenschutz und die allgemeine Gefahrenabwehr zuständigen Behörden abzustimmen. Die in diesem Absatz genannten Betreiberpflichten gelten auch gegenüber Personen, der Öffentlichkeit und den zuständigen Behörden in anderen Staaten, deren Hoheitsgebiet von den grenzüberschreitenden Auswirkungen eines Störfalls in dem Betriebsbereich betroffen werden könnte.“

Unser Sicherheitskonzept

  • Unserem Unternehmen stehen kompetente Fachleute aus den Bereichen Arbeitssicherheit, Brandschutz, Explosionsschutz, Verfahrens- und Anlagensicherheit, Technische Überwachung und Umweltschutz zur Verfügung.
  • Eine regelmäßige Überprüfung der Anlagen durch anerkannte Sachverständigenorganisationen erfolgt u. a. gemäß der „Betriebssicherheitsverordnung“ und der „Verordnung über Anlagen zum Umgang mit Wassergefährdenden Stoffen und über Fachbetriebe“.
  • Ein Alarm- und Gefahrenabwehrplan für den Standort gewährleistet eine abgestimmte und geplante Vorgehensweise im Ereignisfall.

Zu folgenden Angaben sind wir verpflichtet:

  • Name des Betreibers und Anschrift des Betriebsbereiches.
  • Benennung und Stellung der Person, die eine Information gibt.
  • Bestätigung, dass der Betriebsbereich der Störfallverordnung unterliegt und die sich daraus ergebenden Mitteilungspflichten erfüllt worden sind.
  • Allgemein verständliche Erläuterungen der Tätigkeiten im Betriebsbereich.
  • Bezeichnung der vorhandenen Stoffe oder Zubereitungen, die einen Störfall verursachen können, nach Gefährlichkeitsmerkmal sowie unter Angabe ihrer wesentlichen Gefahreneigenschaften.
  • Allgemeine Unterrichtung über Art der Gefahr bei einem Störfall einschließlich möglicher Wirkungen auf Menschen und Umwelt.
  • Hinreichende Auskünfte darüber, wie die betroffene Bevölkerung gewarnt und über den Verlauf eines Störfalls fortlaufend unterrichtet werden soll.
  • Hinreichende Auskünfte darüber, wie die betroffene Bevölkerung bei Eintreten eines Störfalles handeln und sich verhalten soll.
  • Bestätigung, dass der Betreiber geeignete Maßnahmen auf dem Gelände des Betriebsbereiches – auch in Zusammenarbeit mit den Notfall- und Rettungsdiensten – zur Bekämpfung und Auswirkungs­begrenzung von Störfällen getroffen hat.
  • Hinweis auf den außerbetrieblichen Alarm- und Gefahrenabwehrplan zur Bekämpfung der Störfallauswirkungen außerhalb des Betriebsgeländes mit der Aufforderung, allen Anordnungen von Notfall- oder Rettungsdiensten bei Störfällen Folge zu leisten.
  • Einzelheiten darüber, wo unter Berücksichtigung der Geheimhaltungsauflagen weitere Informationen eingeholt werden können.

Das leistet die Dynamit Nobel für Ihre Sicherheit

Von der Gesamtheit der in Leverkusen befindlichen Anlagen und zugehörigen Nebeneinrichtungen fallen sieben unter die Störfallverordnung. Daraus ergeben sich besondere Meldepflichten gegenüber den zuständigen Behörden wie der Bezirksregierung Köln, die wir selbstverständlich und gewissenhaft erfüllen.
Im Einzelnen sind dies Anlagen zur fabrikmäßigen Herstellung von Stoffen durch chemische Umwandlung, zur Herstellung oder Verarbeitung von explosionsgefährlichen Stoffen sowie Anlagen zur vollständigen Beseitigung von flüssigen Stoffen durch Verbrennen.

Sicherheit hat Tradition

Dynamit Nobel arbeitet in den Anlagen unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen. Diese sind schriftlich festgehalten und mit den zuständigen Behörden, der Stadt Leverkusen als zuständiger Gefahrenabwehr­behörde und der Bezirksregierung Köln, abgestimmt.

Sollte es trotz der umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen zu einer Betriebsstörung kommen, so könnte dies zu einer kurzzeitigen Einwirkung auch außerhalb des Standortgeländes führen.

Je nachdem, ob es sich dabei um einen Brand oder das Freisetzen von gasförmigen Stoffen handelt, können Beeinträchtigungen von Menschen, Tieren und Pflanzen, Belastungen der Luft, des Bodens oder des Wassers auftreten. Bei einer Explosion könnte es in der näheren Umgebung des Standortes nur zu leichten Sachschäden kommen. In allen solchen Fällen informiert Dynamit Nobel unverzüglich die zuständigen Behörden. Diese Sorgen mit uns gemeinsam dafür, dass alle erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, um unsere Nachbarschaft und unsere Mitarbeiter zu warnen und zu schützen.

Wie Sie als Nachbar oder Mitarbeiter bei Eintreten eines Störfalls informiert werden und sich verhalten sollten, entnehmen Sie bitte den unten genannten Hinweisen.

Abwehrplan für den Notfall

Dynamit Nobel hat für mögliche Ereignisse, die sich zu einem Störfall entwickeln können, einen Alarm- und Gefahrenabwehrplan erstellt und mit den für die Gefahrenabwehr zuständigen Behörden (Feuerwehr, Polizei, Bezirksregierung) abgestimmt. Darüber hinaus bestehen mit den Behörden spezielle Vereinbarungen zur schnellen Informationsübermittlung und Einleitung erforderlicher Maßnahmen, um die Auswirkungen eines Störfalls zu begrenzen.

Das machen wir

Sowohl bei der Herstellung als auch bei der Lagerung wird beim Umgang mit den Rohstoffen und Fertigprodukten die Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften beachtet. In unseren Leverkusener Produktionsanlagen und Lagern, die der Störfallverordnung unterliegen, arbeiten wir mit festen und flüssigen Stoffen und Zubereitungen.

Diese Stoffe können explosionsgefährlich, hoch- oder leichtentzündlich (z. B. Tuluol), sehr giftig oder giftig (z. B. Natriumazid), ätzend (z. B. Salzsäure) sein oder spezifische gesundheitsschädigende Eigenschaften haben, wie z. B. krebserzeugend, fruchtschädigend oder erbgutverändernd (z. B. Dimethylsulfat) oder bestimmte umwelt­gefährdende Auswirkungen haben, wie z. B. stark wassergefährdend (z. B. Benzylchlorid).

Wenn Sie weitere Einzelheiten wissen wollen, nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf:
Dynamit Nobel GmbH ES, Standort Leverkusen, Abt. Umweltschutz
Dipl.-Ing. Winfried Würges, Postfach 10 03 40, 51303 Leverkusen
Besucheradresse: Kalkstraße 218, Telefon: 0214 / 357 319

Wahrnehmungen

  • ungewöhnlicher Geruch
  • Rauchwolke
  • lauter Knall

Verhalten

  • Achten Sie bei Störfällen auf Lautsprecherdurchsagen von Polizei und Feuerwehr. Sie informieren über die getroffenen Maßnahmen und geben Hinweise zum richtigen Verhalten.
  • Vom Gefahrenbereich fernhalten. Gebäude aufsuchen. Kinder ins Haus holen. Behinderten und älteren Menschen helfen. Passanten aufnehmen
    Erst bei Entwarnung Gebäude verlassen.
  • Nasse Tücher vor Mund und Nase halten
    Bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen Kontakt mit dem Arzt aufnehmen.
  • Türen und Fenster schließen, Klimaanlage ausschalten
    Lüftung im Auto abschalten.

Radio einschalten:

WDR2 (UKW/FM 100,4 MHz)
Radio Leverkusen (UKW/FM 107,6 MHz)
Radio Köln (UKW/FM 107,1 MHz)

Rufen Sie nur im Notfall die bekannten Notrufnummern an:

110 – Polizei
112 – Rettungsdienst, Feuerwehr

Für Informationen zu aktuellen Einsätzen steht Ihnen das Feuerwehr-Infotelefon zur Verfügung: 0214 / 4061 212 (Band-Ansage)